Apr 20 2020

#LeaveNoOneBehind | Lager schließen – Wohnraum schaffen – sofort!

Am heutigen Sonntag zogen Menschen durch Karlsruhe, um ihre Forderungen trotz der Kontaktbeschränkungen auf die Straße zu tragen. Unter Einhaltung der Abstandsregeln wurde auf verschiedene Arten kreativ protestiert.

Gegen die Unterbringung von Menschen in Lagern, gegen die lebensfeindlichen Zustände in diesen Lagern, derzeit macht vor allem das Lager Moria auf der griechischen Insel Lesvos von sich reden. Die Zustände im Lager, die Besuche von Neo-Nazis wie dem Ex-Pforzheimer Jonathan Stumpf, die massive Überbelegung.

Jedes Lager ist eines zu viel. Nicht seit Moria sondern schon immer!

Auf mehreren Transparenten wurde die Schließung und die explizite Solidarität mit Menschen auf der Flucht gefordert.

Lager Zu! | Grenzen auf! | Gleiche Rechte, Sofort! | Wohnraum schaffen – Transparent an der Kaiserstraße

Wer auf Grund von Krieg, Armut, Folter oder Verfolgung die Gegend verlässt in welcher er/sie geboren wurde, begeht keine Straftat, ist kein Mensch von minderem Wert!

Die Unterbringung in zu kleinen Lagern geschieht nicht aus einer Notwendigkeit oder einem unumgänglichen Sachzwang. Sie geschieht zur Abschreckung der anderen, die immer noch im Elend, im Krieg oder hungernd leiden. Die Lagerlogik macht aus Menschen mit gleichen Rechten aussätzige, Menschen zweiter Klasse, Eingesperrte.

Diejenigen Strategen und Verantwortlichen, die sich hinter diese Logik stellen, denjenigen schreien wir entgegen: Wer vom Lager für andere träumt kann gerne selbst hinein!

Solidarity4all | NO Border | NO Nation | NO Repression – Transparent an der Toni-Menzinger-Brücke

Die Grundkonstruktion des Wir und Die bildet eine der wichtigsten Grundlagen im Denken nationalstaatlich orientierter Menschen. Die Grenze ist der logische Schluss um das abstrakte Wir vor dem ungeklärten Fremden zu schützen.

Dieser „Schutz“ der eigenen Wir-Konstruktion äußert sich oftmals in tödlichem und unmenschlichem Vorgehen. In Kriegen oder in einer Lagerlogik, die Menschen wie Stück-Vieh behandeln lässt.

Wer sich nicht der Konstruktion der Nationen unterwerfen und das eigene Leben als Opfer der eigenen Geburt fristen möchte, ist schnellstens mit schwerer Repression konfrontiert. Dann wird aus dem Lager schnell der Knast oder die Abschiebung.

Heute bekannten wir uns öffentlich solidarisch mit allen, die sich der Gewalt- und Ungleichheitsideologie von Grenzen und Nationen mit ihren Körpern entgegenstellen. Mit allen, die über Grenzen gehen, weil sie, wie alle Menschen, das bessere Leben suchen.

Innere Sicherheit heißt Rassismus und Ausgrenzung – Brücke am JuBez

Gerade in Zeiten der weltweiten Corona-Pandemie gilt es besonders genau hin zu schauen welche Auswirkungen die Maßnahmen haben, die zur Herstellung einer „inneren Sicherheit“ ergriffen wurden und werden.

In kürzester Zeit wurden die Grenzen zwischen den europäischen Staaten geschlossen. Ob sie sich wieder öffnen und wann steht auf einem anderen Papier.

Die EU-Außengrenze ist geschlossen. Sie ist tödlich, die Abschottung gewaltvoll und menschenverachtend.

Überall wird davon schwadronierd Mensch solle sich solidarisch verhalten, die eingeforderte Art der Solidarität bezieht sich stark darauf, die innere Sicherheit nicht zu gefährden. Diese Art der verordneten Solidarität erzeugt gleichzeitig die Ausgrenzung von Menschen auf der Suche nach Schutz und Frieden. Rassistische Argumtentationen brechen sich ständig bahn.

Ein Virus, das keine Grenze kennt, soll an derselbigen gestoppt werden. Die Argumentation lautet in Wahrheit: Wir trauen den Anderen, den Fremden nicht, dass sie sich so diszipliniert verhalten können wie die Deutschen Michel.

Gegen Sozialabbau und Deutschtümelei | Stoppt die Diskriminierung von Flüchtlingen – Transpi am Karstadt Parkhaus

Während sich viele darauf konzentrieren anderen möglichst keinen Schaden zuzufügen, geht die Diskriminierung gegen Geflüchtete munter weiter.

Ob im Bereich der Rechtsprechung oder den Sozialleistungen, Geflüchtete werden an vielen Stellen strukturell benachteiligt. Agressive Diskriminierung in Kommentarspalten im Netz. Gerade jetzt, im angeblichen Kampf gegen einen unsichtbaren Feind, finden sich die Feinde einer freien Welt zusammen, um Schuldige zu suchen. Autoritäre jedweder Farbe sehnen sich ihrer jeweiligen autoritären Ordnung entgegen.

Gleichzeitig wird Geld zur Rettung der Wirtschaft in nie dagewesenem Umfang ausgeschüttet. Wer die Zeche zahlt ist abzusehen.

Stellt sich keine Bewegung auf, die gleiche Rechte für alle Menschen und eine Verteilung des Reichtums von oben nach unten fordert, schauen alle Lohnabhängigen, Ausgestoßenen und bereits jetzt Diskriminierten gemeinsam in die Röhre.

Der Glaube an ein abstraktes Wir, eine Verbindung durch eine Fahne, führt unweigerlich zur Ablehnung all dessen, was Mensch in sich selbst nicht kennt. Denn wer kein Selbstbewusstsein hat, braucht ein Nationalbewusstsein.

Wohnungen bauen – Lager schließen!
Globale Bewegungsfreiheit für Alle!
Grenzenlose Solidarität statt Ausgrenzung und Ausbeutung!


Apr 13 2020

Corona-Times – Zweite Ausgabe erschienen

Die neue Ausgabe der Corona-Times ist da.

Dieses mal geht es um die vielen Krisen, die durch die Corona-Krise, wie
durch einen Textmarker hervorgehoben werden. Dabei gehen wir auf
Care-Arbeit,  Geschlechter*ungerechtigkeit und das systematische Problem
von Eigentum und daraus resultierende Machtverhältnisse ein:

– Multiple Krisen
– Corona und Care
– Corona und Macht
– Post-Corona Times I: Krise im System oder Krise des Systems?
– Corona und Lyrik

Die Zeitung findet ihr hier: http://anika.noblogs.org/files/2020/04/Corona_Times_Vol_2.pdf

Die Zeitung kann und soll dezentral gedruckt und beispielsweise an
Supermärkten oder öffentlichen Plätzen ausgelegt werden. Bitte achtet
auf Hygiene, um den Virus nicht noch weiter zu verbreiten. Damit nicht
jede Person alle Zeitungen anfassen muss, kann eine Schnur gespannt
werden und die Zeitung mit Wäscheklammer befestigt werden.

Anmerkungen und Kritik, sowie Texte für die nächsten Ausgaben sind sehr willkommen. Einfach per Mail an corona-times@riseup.net.


Apr 1 2020

1. Ausgabe der Zeitschrift Corona-Times in Karlsruhe erschienen!

Aus Karlsruhe haben sich ein paar Menschen zusammen getan, um die Corona
Krise aus einem radikalen Blickwinkel zu beleuchten. Aus dieser Idee ist
die Corona-Times, ein hoffentlich wöchentlich erscheinendes Flugblatt,
entstanden. 
Die Zeitung kann und soll dezentral gedruckt und
beispielsweise an Supermärkten oder öffentlichen Plätzen ausgelegt
werden. Bitte achtet auf Hygiene, um den Virus nicht noch weiter zu
verbreiten. Damit nicht jede Person alle Zeitungen anfassen muss, kann
eine Schnur gespannt werden und die Zeitung mit Wäscheklammer befestigt
werden.



Hier der Inhalt der ersten Ausgabe:
- Notstand und Krise
- Über das Verhältnis von Mensch und Natur
- Corona ist politisch
- Solidarität muss grenzenlos sein
- Corona und die Agrarindustrie: Ein Interview mit dem
Evolutionsbiologen Rob Wallace (marx21.de)
- Das Virus überleben ein Anarchistischer Leitfaden
(https://crimethinc.com/)
- Gedicht: Krieg

Anmerkungen und Kritik, sowie Texte für die nächsten Ausgaben sind sehr
willkommen. Einfach per Mail an corona-times@riseup.net.