Kleine A-Tage 03.04. – 11.04.2026

Vom 03.04.2026 bis zum 11.04.2026 finden kleine A-Tage im Café Noir in Karlsruhe statt.
Hier findet ihr einen Überblick über alle Veranstaltungen:

In diesem Vortrag wollen wir versuchen die politische Strömung des Anarchismus in einem groben Überblick zu betrachten.

Wir werden eine kurze Zusammenfassung der Entstehungsgeschichte des Anarchismus als sozialistische Strömung und die grundlegenden Prinzipien dieser bieten.

Auch werden wir einen kurzen Überblick über einzelne Strömungen innerhalb der anarchistischen Theorie geben, und darstellen wie anarchistische Organisierung in der Praxis ganz konkret funktionieren kann.

Im Anschluss zum Vortrag wird es Raum für Diskussion, Vernetzung und Austausch geben.

Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Eine der bedrückendsten ,offenen Flanken’ innerhalb der anarchistischen Szene ist die auch nach der Shoah unzureichende Reflexion über den Antisemitismus, der fälschlicherweise unter dem Begriff ,Rassismus’ subsumiert wird. Hierbei wird übersehen, dass sich Judeophobie bis heute – besonders im deutschsprachigen Raum – als eine eigenständige Diskriminierungs- und Unterdrückungsform erweist.

Antisemitismus ist die älteste, uns bekannte Erscheinungsform der Gruppenfeindschaft. Zu den judenfeindlichen Typologien zählen religiöser, sozialer, kultureller, ökonomischer, nationalistischer, rassistischer, eliminatorischer und israelbezogener Antisemitismus, letzter wird besonders in linkspolitischen Milieus, im Wissenschafts- und Kulturbetrieb sowie in akademisch gebildeten Bevölkerungskreisen vertreten. Das Thema Israel und Nahostkonflikt wird vermeintlich als ,kritische Auseinandersetzung“ behandelt, tatsächlich verbreitet werden allerdings nicht selten judenfeindliche Stereotype und israelfeindliche Ressentiments.

Der Vortrag behandelt Antisemitismus/Antizionismus innerhalb des Anarchismus aus libertärer Perspektive.

Lesetipps:

Siegbert Wolf/Jürgen Mümken (Hrsg.), „Antisemit, das geht nicht unter Menschen“. Anarchistische Positionen zu Antisemitismus, Zionismus und Israel. 2 Bände. Band 1: Von Proudhon bis zur Staatsgründung. Band 2: Von der Staatsgründung bis heute. Lich/Hessen: Verlag Edition AV, 2013 u. 2014; Frederik Fuß (Hrsg.), Anarchistische Scheidewege. Zum Verhältnis von Anarchismus und Antisemitismus. Moers: Syndikat A, 2025.

Am 05.04.2026 organisieren wir einen Besuch beim AnArchiv in Neustadt a.d. Weinstraße.
Das AnArchiv ist wohl das größte anarchistische Archiv in Deutschland.
Bei einem Besuch im Archiv können wir Einblicke in die Arbeit des Horst Stowasser Institut bekommen und einen Überblick über die aufbewahrten Schriften und eine Einführung, wie diese zur Recherche und für wissenschaftliche Arbeiten zur Verfügung gestellt werden.

Nach der Besichtigung des AnArchiv gibt es eine Mittagspause mit Verpflegung und der Möglichkeit sich auszutauschen.

Im Anschluss bekommen wir eine Stadtführung zum Mythos Hambacher Fest:

Mythos Hambacher Fest
Nicht nur die AFD und ihr nahestehende Institutionen haben das Hambacher Schloss für sich entdeckt, schon seit Jahrzehnten feiern dort staatliche Institutionen, Parteien aller Couleur und rechte Burschenschaften ihre Treffen. Aber als das CDU-Mitglied Max Otte 2018 zum „Neuen Hambacher Fest“ lud, war in Neustadt und Umgebung die Aufregung groß.
Von Missbrauch der Inhalte des Hambacher Festes war die Rede und von der Käuflichkeit der Wiege der deutschen Demokratie und der Europäischen Idee.

Bei einer Gegendemo auf dem Neustadter Marktplatz –organisiert von linken Gruppen – traten wie selbstverständlich, zuerst Vertreterinnen von Parteien der sogenannten Mitte an das Mikrophon. Die Zitate aus der Zeit des Hambacher Festes, welche die Politikerinnen dabei immer wieder aus dem Zusammenhang rissen, zeugten vor allem von einem: Von großem Halbwissen.

Während unserer thematischen Stadtführung, gehen wir der Frage nach: Wie kann es sein, dass sich alle politischen Parteien von links bis rechts auf die Inhalte dieses Festes beziehen können. Dabei wird das Hambacher Fest durch kritischen Betrachtung vom Kopf auf die Füße gestellt. Es werden vor allem Sachverhalte angesprochen, die in der öffentlichen Glorifizierung und Wahrnehmung nicht vorkommen und selbstredend in Schulen nicht gelehrt werden.

• Wie kam es zum Hambacher Fest? – Geschichten hinter der Geschichte.
• Was waren die Inhalte des Hambacher Festes? – Ein Taschendieb als Justizminister.
• Wer bitte wollte Europa? – Die Rede von Johann Georg Wirth
• Welche Demokratie? – Von Anarchisten, Bildungsbürgern und Royalisten. Die Hambacher Parteien.
•  Wer konnte sich damals die „Käschteburg“ leisten? – Von einem Festbankett für 200,- €. 
• Alle Menschen seien Brüder – Siebenpfeiffers Geschlechterrolle rückwärts.
• Zensur damals und heute. – Wenn Helden zensieren.
• Was kam danach? – Pfingsten 1833, die Maxburg, die Zweibrückener Gerichtsbarkeit und ein königlich bayrischer Sektlieferant.

Treffpunkt zur Anreise wird um ca. 10 Uhr sein.
Um ca. 17 Uhr werden wir wieder in Karlsruhe zurück sein.
Um die Verkehrsmittel zur Anreise und die Verpflegung genau organisieren zu können, bitten wir um eine Anmeldung per Mail: anika@riseup.net
Die Veranstaltung ist auf 12 Personen beschränkt.

Der Vortrag bietet eine Einführung in den Themenkomplex Pädagogik, seine Akteure und ihr Verhältnis zu einander.

Anschließend wird eine Verbindung zur anarchistischen Gesellschaftsutopie aufgezeigt, um in der Frage nach Möglichkeiten anarchistischer Pädagogikkonzepte im Hier und Jetzt zu münden.

Um dem Vortrag folgen zu können sind weder Vorkenntnisse im Bereich der Pädagogik, noch in anarchistischer Theorie nötig.

Im Anschluss an die Einführung gibt es die Möglichkeit der offenen Diskussion über Erziehungskonzepte und den Einfluss der Gesellschaft auf diese, bzw. deren Einfluss auf die Gesellschaft.

Der Vortrag richtet sich an alle, die sich für die Themenkomplexe der Pädagogik und Erziehung interessieren und sich damit auseinandersetzen. Egal ob als Eltern, als ausgebildete oder angehende Pädagog*innen oder aus reinem Interesse.

Feminismus bedeutet mehr als Gleichberechtigung: Er strebt eine freiheitliche Gesellschaft an, in der niemand unterdrückt wird. Davon waren diese drei Revolutionär-innen überzeugt: Victoria Woodhull (1838–1927), erste US-Präsidentschaftskandidatin, Lucy Parsons (1851–1942), militante Aktivistin und Gewerkschafterin, und Emma Goldman (1869–1940), anarchistische Vordenkerin und Jüdin. Diese Frauen kämpften jenseits der bürgerlichen weißen Frauenbewegung kompromisslos für Freiheit, Liebe und Gleichheit.

„Antje Schrupp beleuchtet das »goldene Zeitalter« des späten 19. Jahrhunderts in den USA und zeigt, wie intersektionaler Feminismus schon damals begann und bis in aktuelle Debatten nachwirkt.“
(Ulrike Helmer Verlag)

Der Sammelband “Anarchisten gegen Hitler” beleuchtet einen oft übersehenen Teil des antifaschistischen Widerstands: Anarchistische Gruppen und Einzelpersonen, die sich dem Nationalsozialismus widersetzten. Er zeigt, wie sie trotz Repression und Illegalität in dezentralen Strukturen Widerstand organisierten, Informationen verbreiteten und solidarisch handelten.
Angesichts erstarkender rechter Parteien, nationalistischer Tendenzen und zunehmender Autoritarisierung stellt sich die Frage nach Widerstand und Zivilcourage neu. Die historischen Beispiele machen deutlich, dass Widerstand häufig im Alltag beginnt. In Netzwerken, Selbstorganisation und praktischer Solidarität, besonders dort, wo staatliche Institutionen versagen oder Teil des Problems sind.
Die Veranstaltung lädt dazu ein, aus diesen Erfahrungen Lehren für heutige antifaschistische Praxis zu ziehen und über Handlungsmöglichkeiten in der Gegenwart zu diskutieren.

Gustav Landauer wurde am 07.04.1870 in Karlsruhe geboren. Landauer zählt zu den wichtigsten libertären Akteuren der deutschen Geschichte.

Kurz vor der Jahrhundertwende engagierte er sich zunächst in der Bewegung der „Jungen“, der Opposition innerhalb der Sozialdemokratie und verschrieb sich dann dem Anarchismus.

Landauer wurde als Vortragsredner, Kulturkritiker und Mitinitiator vielfältiger libertärer Projekte bekannt

Als Anarchist machte er sich stets für einen freiheitlichen, antiautoritären Sozialismus stark. Als konsequenter Kriegsgegner sieht er sich während dem I. Weltkrieg jedoch vereinsamt.
Nach der friedlichen Novemberrevolution 1918 beteiligte er sich am Aufbau der Münchener Räterepublik. Am Ende der Räterepublik wurde er im Zuge des sogenannten Weißen Terrors verhaftet und schließlich am 02.05.1919 von Freikorps-Soldaten ermordet.

Cold Summer
Kalte Zeiten
DJ Selecta Martin